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Foto: Manfred Werner, Wien 2009
Lizenz: GNU-Lizenz für freie Dokumentation
PROMI MEMORIAL
Christoph Schlingensief
24.10.1960 - 21.08.2010
verstorben im Alter von 49 Jahren
Berlin, Deutschland
| Geburtsort: | Oberhausen, Deutschland |
| Beruf: | Regisseur, Autor, Aktionskünstler und Talkmaster |
Webadresse diese Memorials: http://www.emorial.de/christoph_schlingensief
Der Abschied eines Provokateurs
Als katholisch erzogener Sohn eines Apothekes und einer Krankenschwester drehte Schlingensief bereits im Alter von 12 Jahren Schmalfilme. Anfang der 80er Jahre arbeitete er als Assistent des Experimentalfilmers Prof. Werner Nekes. Jedoch erst mit der zwischen 1989 und 1992 entstehenden "Deutschlandtrilogie" die sich aus den Filmen "100 Jahre Adolf Hitler - die letzten Stunden im Führerbunker", "Das Deutsche Kettensägenmassaker" und "Terror 2000 - Intensivstation Deutschland" zusammensetzt, wird Schlingensief einer größeren Öffentlichkeit bekannt. In Berlin debütiert Schlingensief 1993 mit dem Stück "100 JAHRE CDU - SPIEL OHNE GRENZEN" als Theaterregisseur. Als provokanter Aktionskünstler strapaziert er die Gemüter der klassischen Kunstszene und lotet deren Geschmacksgrenzen aus. Im Bundestagswahlkampf 1998 gründete er die Partei "Chance 2000". Der mediale Höhepunkt dabei war die Einladung an alle vier Millionen deutschen Arbeitslosen, gleichzeitig im Wolfgangsee zu baden, ihn zum Überlaufen zu bringen und dadurch das Urlaubsdomizil von Helmut Kohl zu fluten. Der damalige Bürgermeister von Salzburg Josef Dechant wusste jedoch, die Aktion zu verhindern. Statt vier Millionen kamen etwa Hundert. Selbst das Bad aller Arbeitslosen hätte den Wasserspiegel lediglich um 2 cm ansteigen lassen und Helmut Kohl hätte keine nassen Füße bekommen. Den künstlerischen Ritterschlag erhält er in Nordbayern: Bei den Bayreuther Richard-Wagner-Festspielen 2004 inszeniert Schlingensief den PARSIFAL, seine erste Oper. Seit Januar 2009 arbeitete Schlingensief an seinem Projekt Festspielhaus Afrika: Im westafrikanischen Ouagadougou, Burkina Faso wurde im Februar 2010 der Grundstein für das Festspielhaus gelegt.
Anfang 2008 wurde beim langjährigen Raucher Schlingensief Lungenkrebs festgestellt. Er unterzog sich einer Krebsoperation, bei der ihm ein Lungenflügel entfernt wurde. Danach stellte Schlingensief seine Krankheit mitunter in den Mittelpunkt seiner Arbeit und setzte sich offen mit dem Krebs auseinander. Bereits im Dezember 2008 wurden in der verbliebenen rechten Lunge neu entstandene Metastasen diagnostiziert, die sich jedoch zurückbildeten. Im Juli 2010 folgte dann erneut eine schwere Krebsdiagnose.
Christoph Schlingensief starb 49-jährig im Beisein seiner Frau an den Folgen seiner Lungenkrebserkrankung.
Quellen:
www.schlingensief.com
Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Schlingensief
Lizenz: CC
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Lieber Christoph,
ich hoffe sehr, da wo du weilst, gehts Dir gut
und Dein Humor kommtt an!
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Herzlichen Glückwunsch zum Bambi.
Diese Auszeichnung hast Du Dir redlich verdient.
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Es ist einfach nur traurig.
Möge sein Werk in Afrika doch Wirklichkeit werden.
Ruhe in Frieden.
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in Stille